
Lohnt sich Photovoltaik ab 2027 noch?
Ja. Aber die Rahmenbedingungen verändern sich.
Die Bundesregierung plant ab 2027 grundlegende Änderungen bei der Förderung neuer Photovoltaikanlagen. Die klassische Einspeisevergütung soll schrittweise durch eine stärkere Marktintegration ersetzt werden.
Für private Haushalte bedeutet das jedoch nicht, dass sich Photovoltaik nicht mehr lohnt. Entscheidend wird vielmehr, wie gut eine Anlage geplant ist, wie viel Solarstrom direkt selbst genutzt werden kann und wie überschüssiger Strom künftig vermarktet wird.
Stand: September 2026. Das Gesetzgebungsverfahren ist noch nicht abgeschlossen. Die auf dieser Seite beschriebenen Änderungen entsprechen dem aktuellen Regierungsentwurf und können sich im parlamentarischen Verfahren noch ändern.
Was soll sich 2027 ändern?
Neue Regeln für neue Photovoltaikanlagen.
Die Bundesregierung hat am 29. Juli 2026 den Entwurf für eine umfassende Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes beschlossen. Ziel ist es, neue Photovoltaikanlagen stärker in den Strommarkt und das Energiesystem zu integrieren.
Für neue kleine Photovoltaikanlagen soll es künftig keine dauerhafte Förderung mehr geben. Stattdessen ist eine zeitlich begrenzte Übergangsregelung vorgesehen, bevor der eingespeiste Solarstrom stärker über den Markt vermarktet wird.
Wichtig: Bestehende Anlagen sind von diesen geplanten Änderungen nicht betroffen. Ihre zugesagte Förderung bleibt für die vorgesehene Laufzeit bestehen.
29. Juli 2026
Regierungsentwurf im Bundeskabinett beschlossen
Ab September 2026
Parlamentarisches Verfahren
Geplant ab 2027
Neue Regeln für neu in Betrieb genommene PV-Anlagen
Noch nicht endgültig beschlossen.
Im parlamentarischen Verfahren sind Änderungen am aktuellen Regierungsentwurf weiterhin möglich.
Die Einspeisevergütung ist nur ein Teil der Rechnung
Entscheidend ist, was Sie nicht mehr einkaufen müssen.
Wer Solarstrom direkt im eigenen Haus nutzt, muss diese Energie nicht beim Stromversorger einkaufen.
Genau deshalb hängt die Wirtschaftlichkeit einer privaten Photovoltaikanlage nur geringfügig davon ab, wie hoch eingespeister Strom vergütet wird.
Je mehr des eigenen Solarstroms direkt genutzt werden kann – zum Beispiel im Haushalt, für eine Wärmepumpe, zum Laden eines Elektroautos oder über einen Batteriespeicher – desto weniger Strom muss aus dem Netz bezogen werden.
Was passiert mit 1 kWh Solarstrom?
Selbst verbraucht
1 kWh
weniger Netzbezug
ca. 25 ct/kWh Ersparnis*
Eingespeist
Vergütung
für die Einspeisung
ca. 7,5 ct/kWh
aktuelle Einspeisevergütung**
Deshalb planen wir Photovoltaikanlagen nicht allein nach der maximal möglichen Dachfläche, sondern passend zu Gebäude, Verbrauch und zukünftigem Energiebedarf.
* Beispielrechnung bei 35 ct/kWh Strombezug und rund 10 ct/kWh Stromgestehungskosten der PV-Anlage.
** Abhängig von Anlagengröße und Inbetriebnahmezeitpunkt.
Wie berechnet sich die Wirtschaftlichkeit heute?
Ein konkretes Rechenbeispiel.
Wie stark der Eigenverbrauch zur Wirtschaftlichkeit einer Photovoltaikanlage beitragen kann, lässt sich am besten an einem konkreten Beispiel zeigen.
Für unsere Beispielrechnung betrachten wir eine Photovoltaikanlage mit 11,64 kWp Leistung, einem 9,5-kWh-Batteriespeicher und einem jährlichen Haushaltsverbrauch von 3.600 kWh.
Für den Strombezug aus dem Netz rechnen wir mit 35 ct/kWh.
11,64 kWp
PV-Leistung
9,5 kWh
Speicher
3.600 kWh
Jahresverbrauch
21.500 €
Investition
3.038 kWh
Solarstrom selbst genutzt
ca. 1.063 €
vermiedene Stromkosten pro Jahr
6.666 kWh
Einspeisung
501 €
Einspeisevergütung laut PV*SOL
Schon in diesem vergleichsweise einfachen Beispiel ohne Wärmepumpe und Elektroauto ist der Eigenverbrauch ein wesentlicher Bestandteil der Wirtschaftlichkeit: Jede selbst genutzte Kilowattstunde Solarstrom ersetzt Strom, der ansonsten aus dem Netz bezogen werden müsste.
12 Jahre 3 Monate
Amortisationszeit laut PV*SOL
+17.500 €
Cashflow nach 20 Jahren laut PV*SOL
Alle Angaben basieren auf einer PV*SOL-Simulation. Die angegebene Einspeisevergütung berücksichtigt keine möglichen Auswirkungen negativer Strompreise. Tatsächliche Erträge und Wirtschaftlichkeit können je nach Anlage, Verbrauch und Rahmenbedingungen abweichen.
Photovoltaik wird zum Energiesystem
Mit den geplanten Änderungen gewinnt die intelligente Nutzung des selbst erzeugten Solarstroms weiter an Bedeutung.
Eine moderne Photovoltaikanlage besteht deshalb nicht nur aus Modulen und Wechselrichter. Entscheidend ist, wie Erzeugung, Speicherung und Verbrauch zusammenspielen.
Batteriespeicher
Solarstrom vom Tag kann auch dann genutzt werden, wenn die Sonne nicht scheint.
Zukünftig kann der Speicher zusätzlich für eine preisorientierte Steuerung von Strombezug und Einspeisung genutzt werden. Eine entsprechend dimensionierte Speicherkapazität kann dafür zusätzliche Flexibilität schaffen.
Wärmepumpe
Ein Teil des Energiebedarfs für Heizung und Warmwasser kann mit selbst erzeugtem Solarstrom gedeckt werden.
Dadurch kann der Eigenverbrauch der Photovoltaikanlage steigen und der Netzbezug reduziert werden.
E-Mobilität
Das Elektroauto kann gezielt dann geladen werden, wenn eigener Solarstrom verfügbar ist.
Künftig kann die Batterie geeigneter Elektrofahrzeuge über bidirektionales Laden – beispielsweise V2H oder V2G – zusätzlich in das Energiesystem eingebunden werden.
Energiemanagement
Erzeugung, Speicher und Verbraucher können intelligent aufeinander abgestimmt werden.
Ein Home Energy Management System (HEMS) kann dabei auch Komponenten verschiedener Hersteller zentral miteinander verbinden und steuern.
Ein zweites Rechenbeispiel
Was verändert eine Wärmepumpe?
Wie stark zusätzlicher Eigenverbrauch die Wirtschaftlichkeit beeinflussen kann, zeigt ein zweites Beispiel: Dieselbe 17,67-kWp-Anlage mit 16,6-kWh-Batteriespeicher und einer Investition von 27.000 € wurde einmal ohne und einmal mit Wärmepumpe simuliert.
Ohne Wärmepumpe
6.000 kWh
Jahresverbrauch
4.867 kWh
Solarstrom selbst genutzt
10 Jahre
Amortisationszeit
+36.000 €
Cashflow nach 20 Jahren
Mit Wärmepumpe
9.441 kWh
Jahresverbrauch
6.171 kWh
Solarstrom selbst genutzt
8 Jahre 9 Monate
Amortisationszeit
+47.000 €
Cashflow nach 20 Jahren
+1.304 kWh
Solarstrom pro Jahr
zusätzlich selbst genutzt
Durch die Wärmepumpe wird in dieser Simulation deutlich mehr des selbst erzeugten Solarstroms direkt im Gebäude genutzt. Gleichzeitig verbessert sich die von PV*SOL berechnete Wirtschaftlichkeit des Gesamtsystems.
Das Beispiel zeigt, warum die Planung einer Photovoltaikanlage nicht bei der Modulanzahl aufhören sollte. Je besser Erzeugung, Speicherung und Verbrauch aufeinander abgestimmt sind, desto stärker kann der selbst erzeugte Solarstrom im eigenen Energiesystem genutzt werden.
Alle Angaben basieren auf PV*SOL-Simulationen. Tatsächliche Erträge und Wirtschaftlichkeit können je nach Anlage, Verbrauch und Rahmenbedingungen abweichen.
Was passiert mit überschüssigem Solarstrom?
Direktvermarktung wird wichtiger.
Auch bei einem hohen Eigenverbrauch wird eine Photovoltaikanlage zeitweise mehr Strom produzieren, als im Gebäude genutzt oder gespeichert werden kann.
Für diesen überschüssigen Strom soll die Direktvermarktung künftig eine größere Rolle spielen.
Dabei wird der eingespeiste Solarstrom über einen Direktvermarkter am Strommarkt vermarktet, anstatt ausschließlich über einen langfristig festgelegten Vergütungssatz abgerechnet zu werden.
PV-Anlage
Solarstrom
Eigenverbrauch
Haus / Speicher
Überschuss
Direktvermarktung
Strommarkt
Noch nicht endgültig beschlossen.
Die Details der geplanten Direktvermarktung befinden sich noch im Gesetzgebungsverfahren und können sich ändern.
Neue Möglichkeiten für überschüssigen Solarstrom
Anbieter entwickeln bereits neue Modelle, mit denen auch private Photovoltaikanlagen ihren überschüssigen Strom direkt vermarkten können
Eine Lösung, mit der wir uns aktuell beschäftigen, ist SmartFlux von SpotmyEnergy.
Nach Angaben von SpotmyEnergy soll SmartFlux eingespeisten Solarstrom anhand der Börsenstrompreise vermarkten. Voraussetzung für solche Modelle ist unter anderem eine entsprechende intelligente Messtechnik.
Die Verfügbarkeit soll ab 2027 schrittweise und abhängig von den jeweiligen technischen und regulatorischen Voraussetzungen erfolgen.
PV-Überschuss
Smart Meter
SmartFlux
Strombörse
Direktvermarktung muss nicht sofort verfügbar sein.
Nach dem aktuellen Regierungsentwurf ist für neue kleine Photovoltaikanlagen zunächst eine befristete Übergangszahlung vorgesehen. Dadurch entsteht Zeit, bevor die Direktvermarktung unmittelbar relevant wird.
INBETRIEBNAHME 2027
Neue PV-Anlage
ÜBERGANGSZAHLUNG
ca. 5,2 ct/kWh
bis zu 36 Monate
DIREKTVERMARKTUNG
Markterlös
+ 1,5 ct/kWh Bonus
bis zu 48 Monate
Für Anlagen, die zu Beginn des Jahres 2027 in Betrieb genommen werden, ergibt sich nach dem aktuellen Regierungsentwurf zunächst eine Übergangszahlung von rund 5,2 ct/kWh. Die konkrete Höhe kann vom Zeitpunkt der Inbetriebnahme abhängen.
Der Direktvermarktungsbonus von 1,5 ct/kWh ist nach dem aktuellen Entwurf für Anlagen unter 25 kW vorgesehen und wird für maximal 48 Monate gewährt.
Noch nicht endgültig beschlossen.
Stand: September 2026. Die Regelungen entsprechen dem aktuellen Regierungsentwurf und können sich im weiteren Gesetzgebungsverfahren noch ändern.
Was kann intelligente Direktvermarktung wirtschaftlich verändern?
Entscheidend ist nicht nur, wie viel Strom eingespeist wird – sondern wann.
Für unser Beispiel haben wir die PV-Erzeugung und den Stromverbrauch mit historischen Day-Ahead-Strompreisen in 15-Minuten-Intervallen kombiniert.
Anschließend haben wir simuliert, wie sich eine preisorientierte Steuerung des Batteriespeichers auf die Vermarktung des überschüssigen Solarstroms auswirken könnte.
Passive Direktvermarktung
Bestehendes Einspeiseverhalten
ca. 339 €
Brutto-Markterlös
in 345 Tagen
Preisoptimierte Steuerung
Speicher und Einspeisung reagieren auf Strompreise
ca. 620–650 €
Brutto-Markterlös
in 345 Tagen
Eine intelligente Steuerung speist nicht einfach jede erzeugte Kilowattstunde ein.
Eine intelligente Steuerung kann Strom speichern, zu einem späteren Zeitpunkt einspeisen oder eine Einspeisung vermeiden, wenn die Marktpreise sehr niedrig oder negativ sind.
In unserer historischen Modellrechnung konnte sich dadurch der Brutto-Markterlös gegenüber einer rein passiven Vermarktung nahezu verdoppeln.
Nach Berücksichtigung der angenommenen Direktvermarktungskosten und des veränderten Netzbezugs lag der wirtschaftliche Vorteil im Modell bei rund 190–215 € im analysierten Zeitraum von 345 Tagen.
Mehr Speicher bedeutet mehr Flexibilität – aber nicht automatisch mehr Wirtschaftlichkeit.
Eine größere Speicherkapazität kann zusätzliche Möglichkeiten schaffen, Strom gezielter zu speichern und zu vermarkten. Ob sich die Mehrinvestition tatsächlich rechnet, hängt jedoch von Verbrauch, Anlagengröße, Speicherpreis und zukünftigen Marktbedingungen ab.
Vereinfachte historische Modellrechnung. Die Berechnung basiert auf PV*SOL-Daten, historischen Day-Ahead-Strompreisen und angenommenen technischen Parametern für Batteriespeicher und Direktvermarktung. Sie stellt keine Ertragsprognose für SmartFlux oder einen anderen Anbieter dar. Tatsächliche Ergebnisse können abweichen.
Lohnt sich eine Photovoltaikanlage auch bei Inbetriebnahme 2027?
Aus unserer Sicht sollte die Entscheidung für oder gegen eine Photovoltaikanlage nicht allein von der zukünftigen Einspeisevergütung abhängen.
Entscheidend ist, ob eine Anlage für Ihr Gebäude und Ihren heutigen sowie zukünftigen Energiebedarf sinnvoll geplant werden kann.
Stromverbrauch
Wie viel Strom benötigen Sie heute – und wie könnte sich Ihr Bedarf künftig verändern?
Dach & Gebäude
Welche Anlagengröße ist technisch und wirtschaftlich sinnvoll?
Eigenverbrauch
Wie viel des erzeugten Solarstroms kann im eigenen Energiesystem genutzt werden?
Dabei berücksichtigen wir auch, wie Batteriespeicher, Wärmepumpe, E-Mobilität und Energiemanagement sinnvoll zusammenspielen können.
Die Regeln verändern sich.
Gute Planung bleibt entscheidend.
Photovoltaik für 2027 richtig planen
Sie möchten wissen, ob sich eine Photovoltaikanlage für Ihr Gebäude unter den neuen Rahmenbedingungen rechnet?
Wir betrachten nicht nur Modulanzahl und Einspeisevergütung, sondern Ihr gesamtes Energiesystem – von Verbrauch und Speicher bis zu Wärmepumpe, E-Mobilität und Energiemanagement.
Häufige Fragen zu Photovoltaik 2027
Ist die EEG-Novelle für 2027 bereits beschlossen?
Der Gesetzentwurf wurde am 29. Juli 2026 vom Bundeskabinett beschlossen. Das parlamentarische Verfahren ist jedoch noch nicht abgeschlossen. Änderungen am aktuellen Regierungsentwurf sind daher weiterhin möglich.
Betrifft die Reform auch bestehende Photovoltaikanlagen?
Nach dem aktuellen Regierungsentwurf bleiben bestehende Anlagen geschützt und behalten ihre zugesagte Förderung für die vorgesehene Laufzeit. Die geplanten neuen Regelungen sollen erst für Anlagen gelten, die ab 2027 neu in Betrieb genommen werden.
Lohnt sich Photovoltaik auch bei einer niedrigeren Einspeisevergütung?
Die Wirtschaftlichkeit einer Photovoltaikanlage hängt nicht allein von der Einspeisevergütung ab.
Ein wichtiger Faktor ist der Eigenverbrauch: Selbst genutzter Solarstrom reduziert den Strombezug aus dem Netz.
Wie wirtschaftlich eine konkrete Anlage ist, hängt unter anderem von Gebäude, Verbrauch, Investitionskosten, Anlagengröße und Speicher ab.
Was ist Direktvermarktung?
Bei der Direktvermarktung wird eingespeister Solarstrom über einen Direktvermarkter am Strommarkt verkauft.
Nach dem aktuellen Regierungsentwurf soll dieses Modell künftig auch für kleinere neue Photovoltaikanlagen eine deutlich größere Rolle spielen.
Muss ich ab 2027 sofort einen Direktvermarkter haben?
Nach dem aktuellen Regierungsentwurf ist für neue kleine Photovoltaikanlagen zunächst eine befristete Übergangszahlung vorgesehen.
Die Direktvermarktung muss daher nicht unmittelbar mit der Inbetriebnahme der Anlage beginnen. Welche Regelungen konkret gelten, hängt vom Zeitpunkt der Inbetriebnahme und der endgültigen Fassung des Gesetzes ab.
Stand: September 2026. Änderungen im weiteren Gesetzgebungsverfahren sind möglich.
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